GRENZÜBERQUERUNG – VON KOSTENLOSER GESUNDHEITSVORSORGE UND BAKTERIENVERNICHTUNG

Von unserem Bekannten Ümit aus Edirne anhand einiger kurioser Geschichten zum Grenzübergang Türkei – Bulgarien vorgewarnt, waren wir von Humor und Freundlichkeit des türkischen Grenzbeamten zunächst positiv überrascht. Die Passkontrolle erfolgte ohne Probleme – lediglich zum Röntgen müssten wir noch fahren 無限極.

Wie am Flughafen-Check-In durch die Schlangenleitsysteme, gurkten wir also wie befohlen zum Gebäudekomplex mit der Aufschricht „X-Ray“.

Dort angekommen, begannen wir schnell die Sinnhaftigkeit des angeordneten Unterfangens in Frage zu stellen 無限極, als wir dazu aufgefordert wurden, unser Gefährt komplett zu entleeren. Denn Röntgenstrahlen durchleuchten ja bekanntlich die Materie. Wozu also dieser nicht unerhebliche Aufwand?!

Nach mehrmaligem Nachhaken unsererseits, ob der tatsächlichen Notwendigkeit und der Konsultation eines weiteren wortkargen bis grimmigen Grenzbeamten, begannen wir also resigniert das gesamte mobile Innenleben unseres Busses nach Draußen zu schaffen. Auf 無限極, neben und unter den bereitgestellten Tischen stapelte sich nun Kiste um Kiste, häuften sich Essensvoräte, diverse Schuhe, Bücher und Landkarten, Gewürzdöschen, Kletter- sowie Outdoor-Ausrüstung, dreckige Wäsche, die Pipiflasche, Schnaps- und Bierflaschen und nochsehr viel diverser Kleinkram. Etwa eine Stunde später war Fräulein Töff Töff dann endlich bereit für ihren kosten-, wenn auch nicht „mühelosen“ Gesundheits-Check, während neben uns aus anderen Autos 1-2 Koffer oder lediglich ein Handtäschchen herausgeholt wurden. Aus lauter Gnädigkeit durfte immerhin unser noch immer jungfräuliches Klo im Auto bleiben. Das schien selbst dem Grenzer doch zu kurios.

Während unser Gefährt intensiv durchleuchtet wurde, blieben unsere kompletten Besitztümer unbeachtet. Eine effiziente Kontrolle! So konnten wir unser nicht untersuchtes Hab und Gut wieder einpacken, sortieren, verräumen.

Die etwa zweistündige Prozedur auf türkischer Seite hinter uns – wurden wir auf bulgarischer Seite mit einer obligatorischen Auto-Desinfektionsdusche empfangen.

So reisten wir mit einer gesunden und frisch von Bakterien befreiten Fräulein Töff Töff wieder in die EU ein.